Weihnachten in Japan: Fakten und Traditionen

Weihnachten in Japan

Weihnachten liegt in der Luft! Obwohl es kein Nationalfeiertag in Japan ist, da nur etwa 1 Prozent der gesamten Bevölkerung in Japan Christen sind, ist Weihnachten immer noch im ganzen Land zu spüren.

Wenn Sie vor dem Jahreswechsel in Japan sind, werden Sie viele Dinge vorfinden, die traditionell mit Weihnachten in Verbindung gebracht werden: Dekorationen, Weihnachtsmärkte und großartige Lichter. Sie können auch ein paar einzigartige japanische Traditionen entdecken, und deren Reiz kennenlernen. Obwohl sich Weihnachten in Japan ein wenig von ihrem gewohnten Weihnachtsfest entscheidet, ist das Ereignis im Land der aufgehenden Sonne auf alle Fälle eine Reise wert.

Es gibt keinen besseren Weg, um Weihnachten in Japan zu erleben, als mit demJapan Rail Pass der Hand. So können Sie mit dem Zug durch ganz Japan reisen, und den Zauber aus erster Hand erleben. Es ist die einfachste und erschwinglichste Art, die Sehenswürdigkeiten Japans zu entdecken.

Weihnachten in Japan

Die Feiertage in Japan werden genau umgekehrt gefeiert, wie in den westlichen Ländern. In Japan ist Weihnachten eine Zeit für Freunde und Paare, die gemeinsam zu Abend essen und anschließend kräftig feiern. Neujahr dagegen ist für die Familie reserviert. Hier besucht man gemeinsam den Tempel und leitet den 1. Januar mit einem Familienessen ein.

Eine interessante Tatsache über die Weihnachtszeit in Japan ist, dass Heiligabend der romantischste Tag des Jahres ist. Es ist die japanische Version von Valentinstag. Wenn Sie kein Date an Heiligabend haben, werden Sie nicht allein in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen. Japanische Paare, besonders die jüngeren, reservieren Tische in romantischen Restaurants, die Geschäfte verkaufen romantische Weihnachtsgeschenke, und die Straßen sind perfekt dekoriert, um diesen romantischsten Tag zu verkörpern.

Nachdem Kaiser Akihito am 30. April 2019 abgedankt hat, wird der kaiserliche Geburtstag nicht mehr am 23. Dezember gefeiert, sondern ab 2020 am 23. Februar, dem Geburtstag des Kaisers Naruhito.

Japanische Weihnachtstraditionen

Wie wir bereits erwähnt haben, ist die Geburt Christi in Japan eher dafür gedacht, Glück zu verbreiten, als eine religiöse Feier. Die typischen Dinge, die zum Fest dazu gehören, haben die gleiche Bedeutung und Konnotationen.

Japanischer Weihnachtskuchen

Der japanische Weihnachtskuchen oder “kurisumasu keki” wird an praktisch jeder Straßenecke von Hokkaido bis Kyushu verkauft! Dieses Dessert ist locker und schwammig mit Schlagsahnefüllung und Glasur, und wird mit perfekt geschnittenen tiefroten Erdbeeren serviert.

Dieser beliebte und köstliche Weihnachtsgenuss, der auch an Geburtstagen gerne serviert wird, gilt als Symbol des Wohlstands, da Japan nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Ruinen auferstanden ist.

Japan Christmas cake
Typischer Japan-Weihnachtskuchen

KFC: Das beliebteste Weihnachtsessen Japans

Jedes Jahr zu Weihnachten kaufen schätzungsweise 3,6 Millionen japanische Familien ihr Weihnachtsessen von niemand anderem als Kentucky Fried Chicken. Das frittierte Hühnchen-Abendessen gehört für die Japaner einfach dazu.

Die Nachfrage ist so groß, dass die Menschen sechs Wochen im Voraus mit der Bestellung des speziellen Weihnachtsmenüs anfangen. Und die Wartezeit am Weihnachtstag ist so lang, dass es Stunden dauert, bis alle ihr Essen bekommen. Kurz gesagt, ein japanisches Weihnachten bedeutet einen Besuch beim Colonel – dem Maskottchen von KFC!

Aber woher stammt diese Tradition? Der Grund dafür liegt mehr als 40 Jahre zurück und ist auf den ersten KFC-Manager des Landes, Takeshi Okawara, zurückzuführen. Die Idee eines “Party-Eimers” zu Weihnachten, kam ihm kurz nach der Eröffnung des Unternehmens in Japan 1970 in einem Traum. Zuvor hatte er zufällig mitbekommen, wie ein paar Ausländer darüber sprachen, wie sie das typische Essen zu dieser Jahreszeit vermissten.

1974 startete KFC Japan eine massive nationale Weihnachtsmarketing-Kampagne, die sich als großer Erfolg erwies. Heute ist dieser Eimer ein zentraler Bestandteil ihrer Tradition und hat sich in Japan zum beliebtesten Weihnachtsessen entwickelt. Obwohl es sich um eine nicht ganz billige Tradition handelt, geht es dabei um mehr als nur das Hühnchen. Es bedeutet, dass ganze Familien zusammenkommen und eine Mahlzeit teilen, und das ist unbezahlbar, nicht wahr?

Winterlichter

Niemand macht es besser als die Japaner, was übertriebene Dekorationen angeht. Das ganze Land ist verrückt nach Lichterketten! Einkaufszentren, Restaurants und öffentliche Bereiche haben die unglaublichste Licht-Displays, die Sie sich vorstellen können. Sie versetzen alle Passanten direkt in Weihnachtsstimmung.

Außerdem gibt es von Mitte November bis zum Valentinstag saisonale Lichtveranstaltungen im ganzen Land. Von kleinen Dekorationen bis hin zu spektakulären audiovisuellen Projektionen.

Die bekanntesten und beliebtesten Wahrzeichen haben ihre eigenen einzigartigen festlichen Lichtdisplays, wie z.B. die Tokio Station in der Hauptstadt, das Kaiyukan Aquarium in Osaka oder die Onsen in der Nähe von Nagashima, Nabana oder Sato.

Japanische Weihnachtsmärkte

Von Norden bis Süden finden Sie in Japan während der Wintersaison typische Weihnachtsmärkte. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt in Japan sind, werden Sie von zarten Baumschmuck bis hin zu Glühwein alles finden. Wir empfehlen Ihnen, den vom Deutschen Tourismusverband und der Deutschen Botschaft gesponserten Tokioer Weihnachtsmarkt vom 16. bis 25. Dezember im Hibiya Park zu besuchen, der täglich von 11 bis 23 Uhr stattfindet.  Es gibt auch einen Weihnachtsmarkt in Sapporo, den wir Ihnen dringend empfehlen.

Das Disney Weihnachtsspektakel

Im Tokyo Disneyland können internationale und lokale Gäste das besondere Ereignis “Christmas Fantasy” genießen, das unter dem Motto “Weihnachtsmärchenbücher mit den Disney-Freunden” steht.

Dieses Event bietet den Gästen ein fröhliches und fantastisches Weihnachten im Disney-Stil, mit Feuerwerk, Disney-Sonderartikeln, Süßigkeiten und einem speziellen und köstlichen Weihnachtsmenü. Tokio Disney ist ein großartiger Ort für Familien mit Kindern, die ihren Weihnachtsurlaub in Japan verbringen.

Weihnachten in Tokio Disneyland
Weihnachten in Tokio Disneyland

Weihnachtseinkäufe in Japan

Ist wäre Weihnachten ohne Einkaufsbummel? Während dieser festlichsten Zeit finden Sie in den meisten großen Einkaufszentren und Kaufhäusern, insbesondere in den Großstädten, traditionelle Bäume, Dekorationen und viele andere Weihnachtsprodukte.

Wie bereits erwähnt, ist der Austausch von Geschenken am Heiligabend zu einer Tradition unter Paaren geworden, geht aber nicht darüber hinaus. Japan hat seinen eigenen Tag zum Geschenkaustausch im Dezember, eine Art japanisches Wichteln, das auf der arbeitskulturellen Tradition von Oseibo beruht (Ende des Jahres). Auch Neujahrsgeschenke sind in Japan eine große Angelegenheit.

: Da Weihnachten keine japanische Tradition ist, sind alle Geschäfte in Japan in dieser Zeit wie gewohnt geöffnet. Neujahr hingegen ist einer der größten Feiertage Japans und zieht auch die meisten Touristen an. Viele Geschäfte, Restaurants und Unterhaltungsangebote sind zwischen dem 29. Dezember und dem 4. Januar jedoch geschlossen.

Wettervorhersage für Weihnachten in Japan

Dezember und Januar sind gute Monate, um dieses majestätische Land zu besuchen, da das Wetter normalerweise sonnig und trocken ist. Im Norden Japans und entlang der japanischen Küste gibt es zu Weihnachten viel Schnee, so dass es eine der besten besten Jahreszeiten für einen Besuch sein kann.

Die Bedingungen für den Wintersport sind zu dieser Jahreszeit unschlagbar und Sie sollten auf jeden Fall einen Zwischenstopp in einer der japanischen Onsen machen. Die japanischen Alpen haben einige der besten Skigebiete der Welt. Möchten Sie erfahren, wie Sie sie alle während Ihrer Reise sehen können?

Der Nachteil einer Winterreise ist, dass die Tage kürzer sind (Sonnenuntergang ist gegen 17 Uhr in Tokio). Allerdings, wie das Sprichwort sagt: Wer früh ins Bett geht, steht auch früh auf. Und früh Aufstehen macht gesund, wohlhabend und weise…. wie es auf japanisch so schön heißt, Merii Kurisumasu an euch alle, liebe Reisende.

Cover-Foto: @kylehase (Flickr).

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